Wenn der Wind nicht weht: Warum der Landkreis Harburg eine sichere Energiepolitik braucht

Die Realität der Energieversorgung

Viele politische Konzepte wirken auf dem Papier gut durchdacht. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass die Wirklichkeit eigene Regeln hat. Das gilt besonders für die Stromversorgung. Strom muss zu jeder Zeit verfügbar sein – nicht nur bei günstigem Wetter oder im Jahresdurchschnitt, sondern genau dann, wenn er gebraucht wird.

Genau hier entstehen die entscheidenden Fragen für unsere Region.

Unser Antrag vom 2. November 2022

Die AfD-Fraktion im Kreistag des Landkreises Harburg hat daher am 2. November 2022 einen Antrag gestellt, den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen vorübergehend auszusetzen. Wir fordern ein Moratorium, bis die Versorgungssicherheit geklärt ist.

Konkret verlangen wir:

  • einen Stopp neuer Genehmigungen für Windkraftanlagen, solange die Versorgungssicherheit nicht nachgewiesen ist,
  • die Sicherung des Weiterbetriebs konventioneller Kraftwerke,
  • einen ausführlichen Bericht der Kreisverwaltung zur aktuellen und zukünftigen Versorgungslage im Landkreis Harburg.

Warum dieses Moratorium notwendig ist

Windenergie trägt zur Stromerzeugung bei, wenn ausreichend Wind weht. Im ersten Halbjahr 2022 lag ihr Anteil jedoch nur bei rund 19,6 %. Onshore-Windkraftanlagen erreichen im Jahresdurchschnitt lediglich etwa 20 % ihrer Nennleistung. Das bedeutet, dass sie einen großen Teil des Jahres nur wenig oder gar keinen Strom produzieren.

Besonders deutlich wird das Problem bei sogenannten Dunkelflauten – Zeiträumen, in denen weder Wind noch Sonne nennenswert Strom liefern. In solchen Phasen muss der Bedarf trotzdem gedeckt werden, meist durch konventionelle Erzeugung oder Importe. Die Unterlagen unseres Antrags zeigen diese starken Schwankungen sehr klar.

Netzstabilität

Ein zuverlässiges Stromnetz braucht stabile Frequenz und Spannung. Konventionelle Kraftwerke tragen dazu wesentlich bei. Wind- und Solaranlagen können diese stabilisierende Wirkung nicht in gleichem Maße leisten. Fachleute halten daher einen Anteil von etwa 45 % gesicherter konventioneller Erzeugung für notwendig, damit das Netz langfristig stabil bleibt.

Wirtschaftliche Folgen

Der starke Ausbau volatiler Energien führt zu höheren Kosten für Netzausbau und Stabilisierungsmaßnahmen. Längere Planungszeiten, nachlassende Investitionsbereitschaft und der Effekt, dass Überschussstrom oft zu niedrigen Preisen exportiert und bei Bedarf teuer wieder importiert werden muss, belasten am Ende die Verbraucher und die regionale Wirtschaft.

Unser Standpunkt

Unser Antrag macht einen klaren Zielkonflikt sichtbar: Auf der einen Seite steht die Versorgungssicherheit und bezahlbarer Strom für die Menschen und Betriebe im Landkreis Harburg, auf der anderen Seite der rasche Ausbau erneuerbarer Energien.

Die AfD-Fraktion sieht hier klare Prioritäten: Zuerst muss die Sicherheit der Versorgung gewährleistet sein. Erst danach sollte über weiteren Ausbau entschieden werden.

Wir sind überzeugt, dass eine verantwortungsvolle Energiepolitik genau diesen Realitätscheck braucht. Nur so können wir sicherstellen, dass der Landkreis Harburg auch in Zukunft eine stabile und bezahlbare Stromversorgung hat – unabhängig davon, ob der Wind gerade weht oder nicht.

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Über den Autor: Henning Schwieger

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