Vergessene Geschichte, verschenkte Chancen: Warum der Kiekeberg mehr sein könnte als nur ein Ausflugsziel
Ein Ort mit Potenzial
Manche Orte verfügen über Geschichte, eine gute Lage und eine besondere Atmosphäre – und bleiben dennoch unter ihren Möglichkeiten. Der Kiekeberg mit dem Freilichtmuseum ist ein solcher Ort. Er zieht bereits heute Besucher an, bietet eine reizvolle Landschaft und birgt eine Geschichte, die wieder stärker erlebbar gemacht werden könnte.
Unser Antrag vom August 2023
Die AfD-Fraktion im Kreistag des Landkreises Harburg hat daher im August 2023 einen Antrag gestellt, der den Wiederaufbau des historischen Bismarckturms am Kiekeberg zum Ziel hat.
Konkret fordern wir:
- die Wiederaufstellung des Bismarck-Denkmals,
- die Prüfung und Einleitung eines möglichen Wiederaufbaus des Turms,
- die Integration in das bestehende Gelände des Freilichtmuseums.
Der Kiekeberg als historisches Ausflugsziel
Bereits vor über 100 Jahren war der Kiekeberg ein beliebtes Ziel für Ausflügler. 1912 wurde dort ein 23 Meter hoher Bismarckturm errichtet. Zur Einweihung kamen rund 7.000 Menschen, und bereits ein Jahr später hatten 20.000 Besucher den Turm bestiegen. Er verband Aussicht, Geschichte und Erlebnis – und war ein echter Publikumsmagnet.
Die Zerstörung im Krieg
1945 wurde der Turm gesprengt, um eine mögliche Nutzung als Beobachtungspunkt zu verhindern. Heute erinnern nur noch eine Gedenkeiche und ein Findling an den früheren Standort. Der ursprüngliche Hinweisstein ist verschwunden. Ein Stück Geschichte ist damit weitgehend in Vergessenheit geraten.
Die Idee des Antrags
Unser Antrag blickt nicht nur zurück, sondern nach vorn. Er prüft, wie der wiederaufgebaute Turm mit dem Freilichtmuseum am Kiekeberg, dem Wildpark Schwarze Berge und der vorhandenen Gastronomie zu einem attraktiven Gesamterlebnis verbunden werden kann. Dadurch könnte ein stärkeres touristisches Zentrum in unserer Region entstehen.
Wirtschaftliche und kulturelle Chancen
Die Corona-Jahre haben dem Museum und der Gastronomie am Kiekeberg spürbar zugesetzt. Ein Wiederaufbau des Turms könnte zu höheren Besucherzahlen, längeren Aufenthaltsdauern und einer stärkeren regionalen Wertschöpfung beitragen. Geschichte und Kultur wären dann nicht nur bewahrt, sondern auch wirtschaftlich nutzbar gemacht.
Symbolik und Zeitpunkt
Der Antrag wurde bewusst im Jahr 2023 gestellt – dem 125. Todestag Otto von Bismarcks. Solche Jahrestage bieten die Gelegenheit, Geschichte nicht nur zu erinnern, sondern sie wieder erlebbar zu machen.
Unser Ansatz
Der Kiekeberg ist kein Problemort, sondern ein Ort mit großem Potenzial. Unser Antrag steht für eine aktive Entwicklungspolitik: Nicht nur das Vorhandene verwalten, sondern vorhandene Chancen gezielt nutzen. Ein wiederaufgebauter Bismarckturm könnte dabei ein starkes Signal sein – für den bewussten Umgang mit unserer Geschichte und für eine lebendige touristische Zukunft im Landkreis Harburg.
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