Integration braucht mehr als Unterbringung: Struktur und Mitwirkung für Asylbewerber
Integration als Prozess
Integration wird häufig als Zustand verstanden, der erreicht ist, sobald Unterbringung und formale Leistungen geregelt sind. In der Praxis handelt es sich jedoch um einen längeren Prozess, der vor allem durch echte Teilhabe und Mitwirkung gelingt.
Unser Antrag vom Februar 2026
Die AfD-Fraktion im Kreistag des Landkreises Harburg hat daher im Februar 2026 einen Antrag gestellt, der eine strukturierte Prüfung gemeinnütziger Tätigkeiten für leistungsberechtigte Asylbewerber vorsieht.
Konkret bitten wir die Verwaltung zu prüfen:
- ob und wie eine Umsetzung nach § 5 Asylbewerberleistungsgesetz rechtlich möglich ist,
- welche organisatorischen Voraussetzungen erforderlich wären,
- welche Auswirkungen auf die Integration und die kommunalen Strukturen zu erwarten sind,
- welche finanziellen Folgen entstehen,
- und welche Erfahrungen andere Kommunen bereits gemacht haben.
Die Ausgangslage
Die Aufnahme von Schutzsuchenden ist gesetzliche Pflicht und humanitäre Verantwortung. Gleichzeitig stellt sie die Kommunen vor erhebliche organisatorische und finanzielle Herausforderungen. Die Frage lautet daher: Reicht reine Versorgung aus, oder kann aktive Mitwirkung die Integration unterstützen?
Gesetzliche Grundlage
Das Instrument existiert bereits. § 5 Asylbewerberleistungsgesetz sieht ausdrücklich die Möglichkeit gemeinnütziger Tätigkeiten für Leistungsberechtigte vor. Unser Antrag geht nicht um eine neue Regelung, sondern um die Prüfung, ob und wie diese bestehende Möglichkeit im Landkreis Harburg sinnvoll genutzt werden kann.
Mögliche Vorteile
Gemeinnützige Tätigkeiten können Tagesstruktur, sinnstiftende Beschäftigung und ein Gefühl der Teilhabe schaffen. Diese Faktoren werden in der Integrationsarbeit allgemein als wichtige Elemente für Orientierung, Verantwortungsübernahme und Perspektiventwicklung angesehen.
Blick auf andere Kommunen
Der Antrag verweist auf Beispiele wie den Landkreis Peine, wo vergleichbare Ansätze geprüft oder umgesetzt werden. Solche Erfahrungen helfen, die Machbarkeit realistisch einzuschätzen.
Unser Ansatz
Der Antrag fordert keine sofortige Umsetzung, sondern eine sachliche und umfassende Prüfung auf rechtlicher, organisatorischer und finanzieller Ebene. Wir wollen auf Grundlage von Fakten entscheiden, wie Integration vor Ort am besten gelingen kann. Es geht darum, über reine Versorgung hinaus aktive Mitwirkung zu ermöglichen – zum Wohl der Betroffenen und der aufnehmenden Gesellschaft.
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